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„Ein Drittel des Korans“ Theologie

„Ein Drittel des Korans“

„Ein Drittel des Korans“

Der Koran ist das Buch, in dem sich Gott in einer umfassenden Art und Weise an den Menschen wendet. Die Themen, die innerhalb der Schrift ihren Platz haben, sind sehr vielfältig. Die „Worte Gottes“ (Kalâmullah) umfassen zahlreiche Themen, angefangen von kurzen Geschichten bis hin zu Ge- und Verboten. Jedoch ist sicherlich ein zentrales – wenn nicht das zentralste – Anliegen des Korans die Kenntnis oder des Bewusstwerdens von Gott.

Es ist von essentieller Bedeutung, dass der Mensch ein „richtiges“ Verständnis von Allah hat und dies verinnerlicht. So ist der Glaube an ihn der erste Schritt eines gläubigen Menschen zu Gott. Allerdings machte Gott bereits den ersten Schritt zu dem Menschen, indem er sich durch die Bücher und Propheten ihm „mitteilte“. Mit dem Glauben an den einzigen Gott steht und fällt das gesamte „Gebäude des Glaubens“ – und zwar nicht nur im Islam.

Das Zuvorkommen Gottes besteht in dem Wissen, welches Gott dem Menschen durch den Koran vermittelt. Im Koran beschreibt sich Gott mit den verschiedensten Eigenschaften. So sind die bekannten „Asma ul-Husna“ (die schönsten Namen Gottes) eine bekannte Sammlung von Eigenschaften Gottes, die sich im Koran wiederfinden lassen. Hierzu gehören etwa „Rahmân“, die Allbarmherzigkeit Allahs, oder „Adl“, die Gerechtigkeit.

Eine andere Perspektive, die unweigerlich mit dem Glauben an den einen Gott verbunden ist, eröffnet die Frage nach der Liebe zwischen dem Menschen und Gott. Kann es überhaupt möglich sein Gott zu lieben, ohne ihn zu kennen? Kann man beispielsweise einen Menschen – sei es Frau, Mann, Kinder oder Freund – lieben, ohne zu wissen, was für Eigenschaften diese Person auszeichnen? Vermutlich werden die meisten Menschen mit einem klaren Nein auf diese Frage antworten. Die Liebe, die wir meist sehr leicht aussprechen, bleibt oft nur den „Lippen“ vorbehalten. Die Verbindung mit dem Herzen des Menschen bleibt dann aber aus.

Wie müssen wir uns Gott nun vorstellen? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, sollte man die eigenen Worte Gottes, d. h. den Koran etwas näher betrachten. Die Sure Ichlâs ist mit ihren vier Versen eine relativ kurze Sure und dennoch ist sie, einem Hadith des Propheten zufolge, mit einem Drittel des gesamten Korans vergleichbar. Wobei der Grund für diese überaus große Bedeutung der Sure sicherlich in dem Inhalt zu suchen ist. Die Sure beinhaltet eine hochkonzentrierte Darstellung von Gott. Ja, man kann sie als „Visitenkarte“ Gottes bezeichnen. Die wichtigsten und entscheidendsten Kenntnisse über Gott werden in vier kurzen Versen präsentiert.

In der Sure Ichlâs heißt es: „Sprich: »Er ist der Eine Gott, Allah, der Absolute. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt, und es gibt keinen, der ihm gleicht.«“ (Sure Ichlâs, [112:1-4])

In dem ersten Vers beschreibt sich Gott als den Einen, aber nicht als „Einen“ von vielen, sondern als den „Einzigen“. Gott hat keinerlei Teilhaber. Vor über 1400 Jahren wurden meist Statuen oder andere Gegenstände als Götter angebetet. Dieser offenkundige Polytheismus (Schirk) hat sich in unserer Zeit meist zu einem „unsichtbaren“ Polytheismus gewandelt. Heutzutage ist die Vergöttlichung von einfachen Gegenständen sicherlich nicht mehr bezeichnend. Dennoch begegnet uns der Polytheismus in den verschiedensten Formen von Aberglaube oder aber auch in der quasi Vergöttlichung von materiellem Reichtum. Gerade der Gedanke des Tawhîd, des Monotheismus, ist es, der diese Sure auszeichnet.

In dem zweiten Vers beschreibt sich Gott als den „Absoluten“. Wir Menschen hingegen sind alle begrenzt und lediglich „relativ“, d. h. unser Dasein hängt von vielen Faktoren ab. Gott als der Absolute hingegen ist mit nichts vergleichbar, er ist von niemandem und nichts abhängig. Seine Existenz ist an keine Faktoren gebunden. Gott existiert aus sich selbst heraus.

In dem darauf folgendem Vers erfahren wir über Gott, dass er nicht „zeugt“ und selbst nicht „gezeugt“ wurde. Im Gegensatz zu Gott wurden alle Menschen gezeugt bzw. erschaffen und haben als natürliche Veranlagung die Fähigkeit wiederum andere Menschen zu zeugen. Das menschliche Leben hat also einen Anfangspunkt und schließlich mit dem Tod auch ein Endpunkt. Gott hingegen hat keinen Anfangs- und Endpunkt. Man darf auch nicht auf die Idee kommen, dass Allah aus sich weitere „Götter“ zeugt. Beispielsweise wurden in der Anfangszeit des Islams Engel als „Töchter“ Gottes verstanden. Mit klaren Worten schiebt Gott diesem Verständnis einen Riegel vor.

Im vierten und letzten Vers verweist Gott explizit auf die Tatsache, dass es nichts gibt, was ihm gleicht. Das heißt, weder irgendein Mensch oder sonst eine Kraft gleicht Gott. Der Glaube an den einzigen Gott wird nochmals unterstrichen, indem gezeigt wird, das nichts mit Gott vergleichbares existiert und somit auch nichts existiert, das der Anbetung würdig wäre.

Der Glaube an den einen Gott ist die zentrale Botschaft, die in dieser Sure behandelt wird. Das ist auch der Grund für die so grundlegende Bedeutung der Sure Ichlâs innerhalb der über 6000 Verse des Korans. Dieser erste Schritt hin zu einem Verständnis von Gott anhand des Korans, zeichnet das Gottesverständnis grundlegend. Es stellt das Fundament für eine tiefergehende Beschäftigung mit Gott.

 

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