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Monotheistische Religionen und die Hauptthemen des Korans


Monotheistisch nennt man Religionen, die sich auf eine Offenbarung (Wahy) von Seiten des einen Gottes berufen. Das Ziel aller monotheistischen Religionen ist es, dem vernunftbegabten Menschen zur Glückseligkeit im Diesseits und im Jenseits (Âchira) zu führen.

 

In den monotheistischen Religionen gibt es nur den einen Gott, allein er ist es, der angebetet werden soll. Der erste Mensch und zugleich Prophet war Adam (as). Durch die Offenbarung, die er von Gott erhielt, leitete er seine Nachkommen auf dem Weg des Monotheismus (Tawhîd). In der Geschichte der Menschheit geschah es aber immer wieder, dass sich die Menschen von diesem Weg entfernten. Deshalb schickte Allah Propheten, damit sie die Menschen erneut auf den rechten Weg zurück brachten. So ist es nicht möglich, dass eine Religion von Menschen gegründet oder gestiftet wird. Wenn wir von einem Propheten als dem „Religionsgründer“ sprechen, dann nur in dem Sinne, dass er den Menschen die Lehre Gottes übermittelt und gelehrt hat.

 

Die monotheistischen Religionen teilen eine gemeinsame Glaubensgrundlage. Diese umfasst den Glauben (Îmân) an Gott und den Jüngsten Tag (Kiyâma), an die Existenz von Engeln (Malak) und die Erkenntnis, dass Allah der Menschheit Propheten und Schriften gesandt hat. Außerdem gehört hierzu auch der Glaube daran, dass es nach dem Tod ein anderes „Leben“ gibt, sprich ein Paradies (Dschanna) und eine Hölle (Dschahannam). Zu den Glaubensgrundlagen gehört auch der Glaube an ein Schicksal (Kadr), ohne jedoch damit den Menschen in seiner Freiheit zu beschränken, so dass dieser seine Entscheidung treffen kann, für die er im Jenseits aber gerade stehen wird. Ferner stimmen die monotheistischen Religionen in der Vorstellung überein, dass allein der allmächtige Schöpfer der Anbetung würdig ist und kein Gottesdienst (Ibâda) für einen anderen außer ihm verrichtet werden kann. Alle Propheten haben den Menschen diese Grundsätze vermittelt. Diese Übereinstimmung trifft ebenfalls für den Bereich der Gottesdienste zu, auch wenn hier viele verschiedene Formen vorhanden sind. So gibt es in den monotheistischen Religionen das Gebet (Salâh), das Fasten (Sawm) oder unterschiedliche Formen von Almosen (Zakât, Infâk). Die monotheistischen Religionen verbindet ferner eine gemeinsame ethische Basis. Sie rufen zu Barmherzigkeit und Toleranz auf, messen dem Leben und der Würde des Menschen eine hohe Bedeutung zu, verlangen Gerechtigkeit und Gleichheit, fördern Treue, Standhaftigkeit, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt und stellen sich gegen jede Art von Ungerechtigkeit und gegen alles, was im Sinne der Religion ethisch nicht vertretbar ist. Kurz: Diese Religionen möchten einen Menschen, der an den einen Gott glaubt, nur ihn anbetet und ein aufrichtiges und rechtschaffenes Leben führt. Sie möchten den Menschen zur inneren Reife und zur Glückseligkeit führen. Im Koran wird dieser Weg wie folgt beschrieben: „Er hat euch als Religion anbefohlen, was er Noah vorschrieb und was wir dir offenbarten und Abraham und Moses und Jesus auftrugen: am Glauben festzuhalten und ihn nicht zu spalten. Schwer ist für die Götzendiener das, wozu du sie aufrufst. Allah erwählt dafür, wen er will, und leitet dahin, wer sich reumütig bekehrt.“ (Sure Schûrâ, [42:13])

 

 

Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen soll im folgenden auf die Hauptthemen des Korans hingewiesen werden. Dies geschieht in dem Bewusstsein, das der Islam – als letzte der monotheistischen Religionen – die genannten gemeinsamen Grundlagen beinhaltet, bestätigt und gegebenenfalls berichtigt.

 

So wie in allen göttlichen Offenbarungen ist eines der Hauptthemen des Korans der Glaube an den einen und einzigen Gott. Fragen nach der Erschaffung, dem Leben und der Zukunft des Menschen werden unter diesem Aspekt behandelt. Allah ist der Schöpfer und Herr (Rab) von allem. Er hat das Universum und die Erde erschaffen und sie dem Menschen – als eines seiner Geschöpfe – gegeben. Er hat ihm die natürlichen Ressourcen der Erde zur Verfügung gestellt. Der Mensch lebt einige Zeit auf dieser Welt und verlässt sie, wenn seine Zeit kommt. Jedoch lässt Allah den Menschen nicht auf sich gestellt, er leitet ihn, indem er ihm seine Propheten und Schriften schickt. Der Koran erklärt dies folgendermaßen: „Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt wurde, und ebenso die Gläubigen. Alle glauben an Allah und seine Engel und seine Schriften und seine Gesandten und machen keinen Unterschied zwischen seinen Gesandten. Und sie sprechen: „Wir hören und gehorchen. Schenke uns deine Vergebung, unser Herr! Und zu dir ist die Heimkehr! “ (Sure Bakara, [2:285]) „Wenn die Erde heftig von ihrem Beben erschüttert wird und ihre Last herauswirft und der Mensch ausruft: „Was ist mit ihr?“ An diesem Tage wird sie ihre Erlebnisse erzählen, wie dein Herr es ihr eingegeben hat. An diesem Tage werden die Menschen einzeln hervorkommen, um ihre Werke zu sehen. Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. Und wer Böses (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen.“ (Sure Zilzâl, [99:1-8])

 

Ein weiteres Hauptthema des Korans ist seine Ethik. Dem Koran zufolge soll der Glaube sich im Leben widerspiegeln. Der Glaube an Allah und das Jenseits soll am Handeln des Gläubigen erkennbar sein, sie soll sein Handeln leiten. Gott ist gut und möchte das Gute, er ist gerecht und großzügig und tut niemandem Unrecht: „Er ist es, welcher die Reue seiner Diener annimmt und Untaten vergibt. Und er weiß, was ihr tut. Und er erhört diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, und verstärkt ihnen gegenüber seine Gunst. Die Ungläubigen aber trifft strenge Strafe.“ (Sure Schûrâ, [42:25-26])

 

Der Muslim gestaltet sein Leben gemäß seinem Glauben an Gott. So wird er verantwortungsbewusst handeln und sich von allem Schlechten fernhalten. Denn:„Siehe, Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige. Er ermahnt euch, euch dies zu Herzen zu nehmen.“ (Sure Nahl, [16:90])„(Wahrhaft gläubig sind,) die das Gelübde erfüllen und einen Tag fürchten, dessen Übel sich weit ausbreitet und die den Armen und die Waise und den Gefangenen speisen, auch wenn sie der Nahrung selbst bedürfen. „Seht, wir speisen euch um Allahs willen. Wir wollen weder Belohnung von euch noch Dank. Seht, wir fürchten einen finsteren, unheilvollen Tag von Seiten unseres Herrn.“ (Sure Insân, [76:7-10]) Allah hat die Welt erschaffen, um sie dem Menschen zur Verfügung zu stellen. Das heißt, er ist für sie verantwortlich, er soll sie bewahren und zum Guten einsetzen: „Esst von dem Guten, das wir euch bescherten, doch nicht ohne Maß, so dass nicht mein Zorn auf euch hereinbricht; denn der, auf den mein Zorn hereinbricht, kommt zu Fall.“ (Sure Tâhâ, [20:81])

 

So nimmt auch die Verantwortlichkeit des Menschen eine zentrale Rolle unter den Themen des Korans ein. In zahlreichen Koranversen (Âya) wird die Beziehung der Menschen untereinander angesprochen und geregelt. Der Glaube und der Anspruch des Islams auch in das gesellschaftliche Leben hineinzuwirken, kommt in diesem Zusammenhang deutlich zum Vorschein. Ihr Glaube verpflichtet Muslime zur Gerechtigkeit, was auch bedeutet, dass alle vor dem Recht gleich sind und das Recht hochgehalten werden soll. Dies ist im Koran etwa in folgenden Versen niedergeschrieben:„O ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Allah bezeugt. Der Hass gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah. Siehe, Allah kennt euer Tun.“ (Sure Mâida, [5:8])„O ihr, die ihr glaubt! Tretet für die Gerechtigkeit ein, wenn ihr vor Gott Zeugnis ablegt, und seies gegen euch selber oder eure Eltern und Verwandten. Handele es sich um arm oder reich, Allah steht euch näher als beide. Und überlasst euch nicht der Leidenschaft, damit ihr nicht vom Recht abweicht.Wenn ihr (das Recht) verdreht oder euch (von ihm) abkehrt, siehe, Allah weiß, was ihr tut.“ (Sure Nisâ, [4:135])

 

Diesem Gerechtigkeitsverständnis folgen Koranverse, in denen Konkretes, aber Grundsätzliches für beispielsweise soziale oder ökonomische Fragen gesagt wird:„O ihr, die ihr glaubt! Wenn es bei euch um eine Schuld auf einen bestimmten Termin geht, so schreibt es auf. Und ein Schreiber schreibe es euch auf wie es Rechtens ist. Und kein Schreiber weigere sich zu schreiben, wie Allah es ihn gelehrt hat. Er schreibe denn, und der Schuldner diktiere. Und er fürchte Allah, seinen Herrn, und lasse nichts weg...“ (Sure Bakara, [2:282]) „O ihr, die ihr glaubt! Verbietet nicht die guten Dinge, die Allah euch erlaubt hat, aber übertretet auch nicht. Siehe, Allah liebt nicht die Übertreter.“ (Sure Mâida, [5:87])

 

Schließlich nehmen auch die Gottesdienste einen bedeutenden Platz im Koran ein. Gottesdienste wie das Gebet, das Fasten und die Pilgerreise (Hadsch) werden immer wieder erwähnt. Denn sie fördern und festigen den Glauben und die ethischen und religiösen Bestimmungen und beleben das individuelle und gemeinschaftliche Bewusstsein. Deshalb sind sie im Islam von Bedeutung und gehören zum Muslimsein dazu. Ganz selbstverständlich heißt es deshalb im Koran:„Siehe, Ich bin Allah. Es gibt keinen Gott außer mir. Darum diene mir und verrichte das Gebet im Gedenken an mich.“(Sure Tâhâ, [20:14])„O ihr, die ihr glaubt! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Menschen vor euch vorgeschrieben war; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.“ (Bakara Sûresi, [2:183]) „Und vollzieht die Pilgerfahrt und die Umra um Allahs willen.“ (Sure Bakara, [2:196])

 

Alles in allem kann festgehalten werden, dass der Koran die letzte Offenbarung Gottes ist, deren Hauptthemen sich um den monotheistischen Glauben und dessen Umsetzung im Leben drehen.

 

(Aus dem Türkischen von Ali Mete)

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